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    Energiepreise erklärt: Umlagen & Steuern
    7 Mai 2020 , 15:45:24

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    Dies ist ein Artikel aus der Serie "Energiepreise erklärt" von 4hundred Gründer Andrew. Ihm sind Transparenz und Fairness wichtig, weshalb er die Strompreise und wofür Du zahlst ganz genau unter die Lupe genommen hat. Am Ende dieses Artikels findest Du alle Teile der Artikelserie verlinkt.​​​​​​​
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    In diesem Artikel aus der Serie Energiepreise erklärt nenne ich Euch die verbleibenden wichtigen Bestandteile Eurer Energierechnung: Umlagen & Steuern.

    Die Energiekosten deutscher Haushalte zählen zu den Höchsten in Europa. Und das obwohl wir hier in Deutschland die gleiche Energie wie unsere Nachbarn nutzen, Gas von denselben Quellen beziehen und Strom über unsere Grenzen hinaus kaufen und verkaufen. Tatsächlich bezahlen unsere Nachbarn in den Niederlanden etwas mehr als die Hälfte für eine Einheit Strom wie wir hier in Deutschland. Aber warum?

    Der Hauptgrund dafür sind die vielen Steuern und Abgaben, die hierzulande in den Stromkosten für normale Haushalte enthalten sind.


    Steuern und Abgaben für Gas

    Fangen wir mit Gas an. Wie auch in anderen Ländern, bezahlst Du in Deutschland ganz generell für das Gas was du verbrauchst und für Jemanden der dieses zu dir transportiert. Diese zwei Bestandteile nehmen ca. 70% der Kosten ein. Die restlichen 30% setzen sich aus drei verschiedenen Steuern zusammen:​​

    1. Gassteuer: Diese Steuer berechnet sich mit 0,55 Cent pro kWh. Einen bestimmten Grund für diese gibt es dabei nicht, außer dass sie a) Geld für den Staat sammelt und b) Bürger durch hohe Abgaben davon abbringt zu viel Energie zu verbrauchen.
    2. Konzessionsabgabe: Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, die ein Rechtsträger an einen öffentlich-rechtlichen Rechtsträger für die eingeräumte Konzession zahlt. Diese ortsabhängige Steuer variiert von Bundesland zu Bundesland, ist jedoch generell bei ca. 1% der Gesamtkosten.
    3. Mehrwertsteuer: Die Mehrwertsteuer liegt bekanntermaßen bei 19% und wird auf die Gesamtsumme aller Kosten aufgerechnet, inklusive der oben genannten Steuern. Das heißt, durch jeden Euro, der durch die Gassteuer zustande kommt, berechnet uns der Staat zusätzlich 19 Cent.


    Nachtrag am 15.09.2020
    Ab 2021 kommt, wie Ihr sicher gelesen habt, durch das Klimapaket der Bundesregierung der CO2-Preis. Derzeit konnten wir Anfang 2020 einen guten Deal für unsere Kunden aushandeln und können so derzeit noch einen günstigen Gaspreis anbieten. Wir werden die durch die CO2-Bepreisung gestiegenen Kosten jedoch zeitnah entsprechend anpassen. Das entspricht unserer Philosophie: Wir geben die Kosten transparent und fair an unsere Kunden weiter und verdienen an der Energie an sich nichts.

    Aufstellung der Gaskosten eines typischen Haushalts (im Durchschnitt):
    Energiekosten (Rohstoff + Netzwerk) = 70%
    + Gassteuer = 14%
    + Konzessionsabgabe = 1%
    + Mehrwertsteuer = 16%


    Steuern und Abgaben für Strom

    Während Steuern und Abgaben für Gas bei ca. 30% liegen, ist dies bei Strom doppelt so viel, also um 60%!

    Der Einkauf und Transport von Strom beläuft sich dabei generell auf 40% der Kosten. Der restliche Teil besteht aus acht verschiedenen Steuern und Abgaben:

    1. Stromsteuer: Genau wie beim Gas, gibt es auch für Strom eine bundesweite Steuer, die Geld für den Staat aufbringt und Leute davon abhält zu viel Strom zu verbrauchen. Diese beläuft sich auf 2,05 cent pro kWh.
    2. Konzessionsabgabe: Ebenfalls ähnlich zur Versteuerung von Gas, fällt auch bei Strom eine Konzessionsabgabe an. Der einzige Unterschied ist, dass diese hier mit 5% der Gesamtkosten sehr viel höher ist.
    3. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Dies ist mit Abstand die größte Abgabe, die sich im Jahr 2020 auf 6,756 Cent pro kWh beläuft. Dieses Geld wird dazu genutzt, Projekte für Erneuerbare Energien zu subsidieren, die über die letzten 20 Jahre errichtet wurden. (Mehr Infos dazu unten)
    4. Offshore-Netzumlage: Diese Abgabe gestaltet sich etwas komplizierter, da sie in verschiedenen Jahren positiv oder negativ sein kann. Generell ist dies aber eine Abfindungszahlung für Offshore Windfarmer, denen es nicht möglich war ihren Strom im Elektrizitätsnetz zu vertreiben. Im Jahr 2020 liegt diese bei 0,416 cent pro kWh.
    5. § 19-Umlage: Diese Subvention kommt für Industrien auf, die sehr viel Elektrizität verbrauchen. Um deren Kosten nämlich künstlich niedrig zu halten, werden manche dieser auf unsere Stromrechnungen übertragen. Im Jahr 2020 wurde diese Abgabe auf 0,305 Cent pro kWh festgelegt.
    6. Kraft-Wärme-Kopplung(KWK)-Umlage: Eine weitere Subvention, in diesem Fall für Betreiber von KWK Fabriken. 2020 liegt diese bei 0,28 Cent pro kWh.
    7. Abschaltbare Lasten(AbLa)-Umlage: Diese dient zur Deckung von Kosten abschaltbarer Lasten zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit. Mit 0,005 Cent pro kWh ist dies jedoch nur eine sehr kleine Abgabe.
    8. Mehrwertsteuer: Diese werden genau wie beim Gas mit einem Satz von 19% auf alle bereits genannten Abgaben und Steuern, sowie der Rohstoff- und Belieferungskosten oben drauf gerechnet.


    Aufstellung der Stromkosten eines typischen Haushalts (im Durchschnitt):
    Energiekosten (Rohstoff + Netzwerk) = 40%
    + Stromsteuer = 8%
    + Konzessionsabgabe = 5%
    + EEG = 29%
    + Offshore-Netzumlage = 1%
    + § 19-Umlage = 1%
    + Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Umlage = 1%
    + Abschaltbaren Lasten (AbLa) Umlage: <0,1%
    + Mehrwertsteuer = 16%


    Das EEG

    Gemessen an dem großen Anteil den die EEG-Ablage abnimmt, lohnt es sich dazu noch ein paar mehr Worte zu sagen (mehr dazu auch in diesem Artikel). Das EEG akkumuliert pro Jahr 25 Milliarden Euro, welche hauptsächlich zur Unterstützung von existierenden Solaranlagen (Photovoltaikanlagen), Biomasse und Onshore Windgenerierung genutzt. Als diese Projekte gebaut wurden, wurde den Betreibern ein Versprechen gegeben, dass die von ihnen produzierte Elektrizität zu einem marktunüblichen Premiumpreis gekauft wird. Das bedeutete, dass diese Projekte errichtet wurden, obwohl deren Betriebskosten deutlich höher waren als die von Kohle oder Gaswerken.

    Von diesen drei Technologien, erhalten Solarphotovoltaikanlagen das größte Level an Zuschüssen mit durchschnittlich 30 Cent pro kWh, mit einem Total von über 10 Milliarden Euro pro Jahr. Die Produktion von Biomasse erhält durchschnittlich 17 Cent pro kWh (7 Milliarden Euro/Jahr), während Onshore Windanlagen 7 Cent pro kWh bekommen (6 Milliarden Euro/Jahr)

    Man kann die Behauptung aufstellen, dass EEG gemessen an der Anzahl von Projekten für Erneuerbare Energien bereits erfolgreich war. Deutschland erzeugt mittlerweile fast 50 GW an Solarenergie, und kann damit an sonnigen Tagen bis zu 50% des gesamten Energieverbrauchs abdecken (Quelle: Fraunhofer Institut). Jedoch kam dieses für viele deutsche Haushalte zu einem hohen Preis, welche noch viele Jahre für das EEG bezahlen werden müssen.


    Was kommt als Nächstes?
    Im nächsten Artikel werde ich den letzten Bestandteil Eurer Energierechnung erklären: Die 8,00 Euro 4hundred-Anteil pro Monat, über die wir als einziges wirklich Kontrolle haben! (Notiz: Eigentlich sind das 6,72 Euro nach Abrechnung der MwSt., also ca. 22 Cent pro Tag.)

    Ihr befindet Euch hier:


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    Liebe Grüße,
    ​​​​​​​Andrew
     
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    Andrew ist regelmäßig in der Community aktiv um Octopus Energy Germany mit Euch besser zu machen.
    Er hat leider nicht die Möglichkeit, täglich im Forum präsent zu sein. Habt Ihr Fragen oder Anregungen, schreibt sie bitte als Kommentar unter seine Threads, oder als Privatnachricht an Theresa. Sie kümmert sich darum, dass Eurer Input Andrew erreicht.
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    13 Mai 2020 , 16:55:23

    Im Prinzip macht der Staat den grössten Gewinn beim Strom.
    Ich weiß das ich ein Rad ab habe, schaumal wie schön das rollen kann. Huiiii ====O

    ​​​​​​​:-) :-)
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    14 Mai 2020 , 10:47:08

    Hallo Muecke85,

    Da hast Du Recht - Zusätzlich zur MWSt, welche 16% der Gesamtrechnung einnimmt, macht der Staat sowohl Geld an der Strom- und Gassteuer, als auch an der Konzessionsabgabe. Damit bringt sich die Regierung in eine interessante Position: Einerseits wollen diese, dass wir weniger Energie verbrauchen, aber andererseits bedeutet weniger Energie ebenfalls weniger Steuereinnahmen. Ich persönlich denke, dass eine drastische Reduzierung der Steuern auf nachhaltige Energie die beste Lösung wäre.

    Liebe Grüße,
    ​​​​​​​Andrew
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    14 Mai 2020 , 16:07:24

    Da hast du Recht, aber es geht um Mrd Einnahmen. Da wird der Staat die Steuer nicht senken.

    Im Prinzip sind wir alle abhänig vom Strom das nutz der Staat einwenig aus.

    Selbst wenn jetzt jeder den Strom selberproduzieren würde, kommt sofort ne neue Abgabe. Könnte man dann Sonnenlichtnutzungs Steuer nennen. :-) .
    Ich weiß das ich ein Rad ab habe, schaumal wie schön das rollen kann. Huiiii ====O

    ​​​​​​​:-) :-)
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    15 Mai 2020 , 09:53:31

    Hallo Muecke,

    Da magst Du Recht haben, aber wir werden unser Bestes tun um langfristig gesehen diese Steuern zu senken :)

    Liebe Grüße,
    Andrew
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    16 Mai 2020 , 15:58:24

    Wenn ich bei dem Vorhaben helfen kann , gerne bescheid sagen.
    Ich weiß das ich ein Rad ab habe, schaumal wie schön das rollen kann. Huiiii ====O

    ​​​​​​​:-) :-)