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    Deal zwischen RWE und Eon: Ein Geschäft mit Folgen für den Strommarkt
    19 Sep 2019 , 09:03:07

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    Vorgestern, am 17. September, hat die EU-Kommission den Zusammenschluss der Einzelhandelsgeschäfte von E.ON und RWE in Deutschland genehmigt. Es wurde entschieden, dass es für die beiden größten Energieunternehmen in Ordnung ist, ihre Versorgungsunternehmen zusammenzulegen, und dass dies keine nachteiligen Auswirkungen auf Haushaltskunden habe, da eine große Anzahl alternativer Anbieter zur Auswahl steht.

    Aber ist dem wirklich so? Ja und nein.

    Wie einige andere kleine Energieunternehmen betonten, wird das kombinierte E.ON / Innogy-Geschäft in bestimmten Teilen Deutschlands bei weitem der dominante Player sein. Ich denke, es stellt sich wirklich die Frage, ob dies wirklich im besten Interesse der Kunden sein kann.


    Die beiden Unternehmen fusionieren dennoch, weil beide Schwierigkeiten hatten, effiziente Geschäfte zu führen. Seit der deutsche Energiemarkt vor zwei Jahrzehnten dereguliert wurde, hat sich die Welt drastisch verändert. Und ein vertikal integriertes Unternehmen zu sein, also eines, das Energie erzeugt, überträgt und auch liefert, hat Folgen, die sich nun gewandelt haben: vom einstigen essentiellen Konstrukt zu einem Faktor, der unnötige Kosten und Komplexität mit sich bringt.

    E.ON und Innogy sind sich dessen bewusst, und die Unternehmen, die aus diesem Deal hervorgehen, werden aufgeteilt sein: in ein Unternehmen, des auf Stromproduktion ausgerichtet ist und eines, das auf Netzwerke und die Belieferung von Kunden fokussiert. E.ON wird die beiden Zuliefergeschäfte zu einem zusammenführen und dabei entweder Kosten einsparen oder die Preise für die Kunden erhöhen müssen, um den mit einer solchen enormen Veränderung verbundenen Disruption und Veränderung gerecht zu werden. Die EU-Kommission ist der Meinung, dass die Kunden die Rechnung nicht bezahlen werden müssen, und in der Tat prognostiziert die Zeitung „Die Zeit“ bereits, dass die derzeitige Innogy-Belegschaft eines der ersten Ziele für Kostensenkungen sein werden.

    Die Probleme, die diese Unternehmen haben, lassen sich jedoch nicht wirklich lösen, in dem man einfach Mitarbeiter entlässt. Ihr Geschäftsmodell muss sich grundlegend ändern.

    Sie haben sich zu lange darauf verlassen, dass (wechsel-)träge Kunden überhöhte Preise zahlen, und ihre Investitionen haben sich zu sehr darauf konzentriert, Kunden davon abzuhalten, zu anderen Anbietern zu wechseln, anstatt ihnen etwas wirklich Besseres zu bieten. Dies hat zu komplexen Tarifen, einer Vielzahl von Add-Ons und Sonderangeboten und einigen grundlegend unfairen Geschäftspraktiken geführt. Warum sollte beispielsweise ein Kunde, der mit einer Kündigung droht, ein besseres Angebot erhalten als jemand, der 20 Jahre lang die Treue hält?


    Persönlich bin ich der Meinung, dass diese Fusion auf lange Sicht keine negativen Auswirkungen für die Kunden darstellt. Es zögert lediglich die Änderungen, die diese Unternehmen vornehmen müssen hinaus, mit der bedauerlichen Folge, dass ihre Mitarbeiter die negativen Auswirkungen am stärksten spüren werden.

    Letztendlich braucht Deutschland neue Energieunternehmen, die hervorsprießen und dann skalieren und zu einer Größe wachsen, mit der sie den Markt wirklich verändern können. In Großbritannien ist es passiert: OVO Energies – einer der erfolgreichsten Energiemarkt-Neueinsteiger – hat kürzlich das dreifache Zuliefergeschäft einer der alten Player übernommen. Ich bin zuversichtlich, dass sich hier in Deutschland ähnlich positive Veränderungen ergeben können. Und der Wandel wird von Unternehmen getrieben sein, die den Kunden bei allem, was sie tun, an die vorderste Stelle setzen.

    Wie seht Ihr das? Ich freue mich auf Eure Gedanken zum Thema.

    Liebe Grüße
    Andrew
     
    CEO Octopus Energy Germany 🐙
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